Die Geschichte der Bäkemühle
In der Mark Brandenburg lassen sich um das Jahr 1298 die ersten Windmühlen nachweisen. Aus dem Landbuch Karl des IV. (1375) erhalten wir den Nachweis, dass „up dem Teltow“ bereits mindestens 30 Mühlen vorhanden waren. Sicherlich waren dies nicht alles Windmühlen. Das Landbuch dokumentiert auch die erste urkundliche Erwähnung von Kleinmachnow. Leider fehlen viele Unterlagen und Pläne, so dass die Geschichte des Ortes sehr wenig dokumentiert werden kann.
1357 erwarben die Gebrüder Quast und der Junker von Loewenberg je einen Anteil an der Gutswirtschaft. In einer Urkunde aus dem Jahre 1394 wird Albrecht Quast als alleiniger Besitzer geführt. Um 1400 kaufte Heinricus Hake von Machenow Kleinmachnow.
Nach mehreren Erbteilungen im 16. Jahrhundert vereint Otto v. Hake (1615 – 1690) den Hakeschen Besitz zu einem ansehnlichen Grundbesitz. Durch den dreißigjährigen Krieg wurde Kleinmachnow wüst, wie wir dem Landreiterbericht von Michel Klinitz 1652 entnehmen können.
Die Familie blieb bis 1945 im Besitz des Rittergutes. Unter Otto v. Hake († 1774) wurden die hakeschen Güter beträchtlich erweitert. Er erwarb die Zollgerechtigkeit beim Übergang über das Teltefließ. Es wird davon ausgegangen, dass die Mühle auf eine über 500-jährige Geschichte zurückblickt.
Eine Sandsteintafel an der Außenwand berichtet vom Bau der Bäkemühle.
„Anno 1695 hat Ernst Ludewig von Hake, seiner Churfürst. Durchl. zu Brandenburg Friderici des Dritten Obrister bey dero Guarde zu Fusse, diese Adeliche Frey Mühle, hinwiederumb ganß Neue aus dem grunde erbauet, weilen die alte ganß zerfallen“.
Die Originaltafel hängt im Treppenhaus.
Drei Wassermühlen hatte das Bäkeflüsschen auf seinen Unterlauf zwischen Kleinmachnow und dem Griebnitzsee um das Jahr 1800 zu betreiben. Es waren eine kleine Mahlmühle, die Kleinmachnower Bäkemühle und eine Walkmühle.
Neben diesem Neubau ließ von Hake eine Holländische Windmühle auf das Gebäude der alten Wassermühle errichten. 1806 kommen die Franzosen in den Teltow und besetzen auch die Wasser- und Windmühle sowie das Herrenhaus. Nach deren Abzug 1813 bietet sich ein Bild der Verwüstung. Die Türen, Zargen, Dielen und das gesamte Mühlenwerk wurden herausgerissen.
Nach dem Tod Wilhelm v. Hakes 1835 musste das gesamte Inventar des Herrenhauses versteigert werden. Die Mühle wurde an den Amtmann Wenderich gerichtlich verpachtet. Durch das Gesetz der Aufhebung der gutsherrlichen Rechte am bäuerlichen Grundbesitz (22. März 1850) erhielten die v. Hakes einen finanziellen Ausgleich. Dieser ermöglichte es ihnen, die gerichtliche Verwaltung des Gutes und damit auch der Mühle aufzuheben.
Durch die 1835 eintretende wirtschaftlichen Not mussten das Rittergut und die Mühle für 20 Jahre verpachtet werden. 1856 übernahmen die Söhne des Wilhelm von Hake wieder die Bewirtschaftung. Die verfallene Mühle wurde im neugotischen Stil errichtet.
Eine zweite Tafel, die leider nach 1945 verschwunden ist, berichtet von diesem Neubau um das Jahr 1856.
Man konnte Folgendes lesen: „Im Jahre 1856 anderweit von Grund aus neu erbaut durch die Gebrüder v. Hake.“
Durch den Einzug der Technik entwickelten sich auch für die Bäkemühle ganz neue Möglichkeiten. Die Familie v. Hake versah die Wassermühle mit einer Dampfmaschine als Hilfsantrieb. Außerdem wollte man den Unterlauf der Bäke schiffbar machen, um das Mehl auf dem Wasserweg nach Potsdam bringen zu können. Dieser Plan schlug fehl.
Am 23. Februar 1864 brach in der Mühle ein Feuer aus. Danach wurde sie ohne den Dampfbetreib wiederhergestellt.
Noch weitere 40 Jahre arbeitet die Mühle zuverlässig. Einschneidend für den Betrieb ist der Bau des Teltowkanals ab April 1901. Die Lebensader für die Bäkemühle, der Fluss, versandet und das Mühlenrad bleibt für immer stehen.
1932 stirbt Joachim v. Hake. Seine Schwester, Julie v. Zimmermann, wurde nun Gutsherrin. Dietloff von Hake, als letzter seines Namens aus der Machnower Linie, stirbt 1941.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Kleinmachnow der Rechtsträger der Mühle. Zwischen 1960 und 1975 nutze die LPG Stahnsdorf die Mühle zum Mahlen des Futtergetreides und als Lagerraum.
Danach verfiel die Bäkemühle.
Der damalige Bürgermeister von Kleinmachnow beantragte 1979 deren Sprengung. Durch den Einsatz engagierter Bürger, die Vorgabe die Mühle für einen Betreib nutzen zu wollen, konnte in letzter Minute die Vernichtung verhindert werden.
In den Jahren 1986 bis 1987 versuchte die Konsumgenossenschaft das Mühlengebäude einer neuen Nutzung zuzuführen. Dieses Vorhaben scheiterte. Nun entschied sich die GPG „Alpina“ die Bäkemühle zu übernehmen und zu einem kulturellen und gastronomischen Zentrum auszubauen. Die historische Außenhülle wurde instandgesetzt. Im Inneren entstanden eine öffentliche Gaststätte mit Mühlenstube, ein Saal, die Terrasse sowie 5 Hotelzimmer. Schrittweise konnte der historische Park rekonstruiert werden und ist heute wieder erlebbar.
Am 13. Oktober 1990 erstrahlte die historische Bäkemühle in neuem Glanz. Später betrieb ein Pächter das Restaurant.
Ab 2006 hat Ronny Pietzner, ehemaliger Teamchef der Deutschen Nationalmannschaft der Köche, die historische Bäkemühle in Kleinmachnow übernommen.